Der Ehe Mutant

Vier Jahre liegt es zurück, als ich meine Erlebnisse in einer Autobiografie festgehalten habe.

Letzte Woche habe ich es aus meinem Bücherregal geholt und gelesen. Komisches Gefühl. Durch den Abstand von mehr als 48 Monaten fühlte es sich irreal an. Zugleich kamen Erinnerungen hoch. Viele Erinnerungen.

Ein Freund hatte sich über mein Buch erkundigt. Hat es, soweit ich gehört habe, gekauft und wird es lesen.
Das hat mich dazu veranlasst mich noch einmal selbst damit zu beschäftigen. Sozusagen „up-to-date“ sein über das, was ich aus der damaligen Situation heraus niedergeschrieben hatte.

Was soll ich sagen?

Ich bin schockiert. Schockiert über so viel Gefühl für einen Menschen, der mir so weh tat. Zum damaligen Zeitpunkt war mir zwar so manches Ausmaß über das, was ich an mir selbst und im Umgang mit unseren Kindern wahrnahm, nicht bekannt.

Zugleich macht es wieder wütend.

Gerichtsprozesse haben mir Luft verschafft und die Zeit hat eine sanfte Decke der Ruhe über die geschundenen Wunden gelegt. Doch jederzeit können sie erneut geöffnet werden. Einfach so, ohne Vorwarnung. Das weiss ich genau.

Verhöre von mehr als 10 Stunden haben dennoch zu einem Freispruch geführt. Anzeigen von anderen Frauen, nichts bewirkt. Es läuft einfach so weiter, so als sei nie etwas geschehen. Als wäre es nur dieser „Roman“, der „Krimi“ von gestern Abend.

Doch ich habe aus jeder Minute gelernt.

Mein Buch #Derehemutant hat mir die Augen geöffnet und bewirkt mich zu befreien und mein neues Leben dankbar anzunehmen.

#Buch zu schreiben, ob nun als #Tagebuch oder #Autobiografie, als #Roman oder #Krimi, vielleicht sogar als #Ratgeber bringt innere #Ruhe und schenkt unbewusst #Kraft und #Selbstsicherheit in der Zeit nach einer #narzistischen #Beziehung.

Der Ehe Mutant

Da bin ich wieder

Hallo und Guten Tag in die Runde!

Wer hat gemerkt, dass es lange Zeit still um mich herum gewesen ist? Keiner oder nur ganz wenige. Mein Blog ist kaum bekannt, mein Buch und ich ebensowenig. Ich möchte es ändern. Wer ist dabei?

Meinen Blog habe ich 2015 gestartet. Spontan und ein wenig aus der Not heraus. Ich wollte schreiben, mir von der Seele schreiben und andere teilhaben lassen. Zugleich wach rütteln und sensibilisieren.

Heute, 4 Jahre später, habe ich das gröbste überwunden und doch sind Schlagworte wie #Missbrauch und #Narzissmus allgegenwärtig. Immer wieder kommt die Vergangenheit auf einen Kurzbesuch vorbei.

Die Ehe mit einem #Narzissten hat mich krank gemacht, mein #Vertrauen extrem zerstört und viele #Wunden hinterlassen. Also habe ich mir #Heilung gegönnt und mich zurück gezogen.

Nun wage ich einen neuen Versuch. Möchte mein #Buch überarbeiten und bin mir unsicher ob ich den Titel #Derehemutant weiter behalten möchte. Aus meiner Sicht trifft es den Nagel auf den Kopf, doch Leser finden mich nicht. Gerne nehme ich #Vorschläge entgegen.

Ich habe viele Erfahrungen machen können, Wissen gesammelt und meine eigenen Rückschlüsse gezogen. All das möchte ich teilen. Teilen, vor allem mit #Frauen und #Müttern, die ähnliches durchmachen. Wie ist es mit #Kind oder #Kindern in einer narzisstischen #Beziehung zu leben, jeden Tag entscheiden zu müssen wie man reagiert, um sich und die Kinder zu #schützen? Wir als #Opfer wissen wovon wir reden und haben inzwischen #Strategien entwickelt, doch nicht alle funktionieren dauerhaft.

Kommentiert meine Einträge, schreibt mir eure #Erfahrungen und #Erlebnisse.

Vielen Dank,
Eure Esperanza

Da bin ich wieder

Lassen Sie den Missbrauch zu und kooperieren Sie mit dem Täter….

So würde ich die Aussage des Jugendamts wiedergeben.

Suspekt war mir der Gedanke, dort Hilfe zu holen, ohnehin schon vorher. Man will aber nicht mit Vorurteilen behaftet sein. Also bin ich hin.

Intuitiv mit einem „Beistand“, damals noch hatte ich einfach von einem Begleiter gesprochen, als mein Vater und ich das Amt betraten. Man war höflich. Freundlich. Hörte mir zu und leitete mich an den zuständigen Mitarbeiter weiter. Dachgeschoss. Das Zimmer ziemlich weit in der Mitte des Flurs. Es roch nach verstaubten Akten, war warm und totenstill. Nur unsere Schritte hallten durch den Flur.

Die Tür hatte offen gestanden. Der Mitarbeiter hatte freundlich gelächelt, war uns sogar entgegen gekommen, als wir vorsichtig an die Tür geklopft und um die Ecke geschaut hatten. Gut an die zwei Meter groß, schmal. Sowohl Tisch, als auch Stuhl waren höher gestellt. Wir redeten eine gute Viertelstunde. Machten einen neuen Termin. Er war gewillt mir zu helfen. Endlich.

Beim zweiten Gespräch war ich nur mässig nervös. Wohl eher unruhig, weil ich darauf brannte zu erfahren, welche Hilfen man mir offerieren würde. Mein Vater wieder dabei. Er kannte die Situation, hörte zu und erklärte mitunter seine Sichtweise. Lief gut. Eine knappe Stunde sprachen wir über meine Vergewaltigung, den Verdacht des Kindesmissbrauchs, dem autoaggressiven Verhalten der Kinder, den Ängsten, all den Drohungen gegen die Kinder und mich, über die „sträflichen“ Erziehungsmethoden des Kindesvaters bei seinen Kindern … Alles, wirklich alles brachte ich auf den Tisch. Er nickte verständnisvoll, unterbreitete Ideen und Vorschläge um eine einvernehmliche Lösung zu finden. Alles gut, dachte ich.

Das Finale Gespräch, also das Dritte, führte ich ohne meinen Vater. Erwachsen wollte ich wirken, jetzt wo alles gesagt war und mein Ex-Mann zugegen war. Ich wartete vor der Tür des Mitarbeiters. Pünktlich wie immer. Er, mein Ex-Mann, war noch nicht da. Zwei Mal hatte der Mitarbeiter um die Ecke geschaut und mich dazu verdonnert weiter vor der Tür auf meinen Ex zu warten. Man müsse gemeinsam starten, hatte er gesagt.

Mit zehn Minuten Verspätung begannen wir endlich zu Dritt. Ich setzte mich auf den Stuhl an der Wand, mein Ex mir gegenüber. Klar und absolut nachvollziehbar. Doch dann, dann passierte das, womit ich nie gerechnet hätte. War ich davon ausgegangen, dass mein ein Meter und siebzig großer Ex gehörig Respekt vor dem zwei Meter großen Mitarbeiter hätte, so schob eben jeder Amts-Riese seinen erhöhten Stuhl direkt neben meinen Ex-Mann. Nebeneinander sassen sie da, mir gegenüber.

Mich in die Pflicht der Erklärung und Verteidigung nehmend, musste ich mich erneut „nackt“ machen. Meinem Peiniger immer wieder Rede und Antwort stehen, mich auslachen lassen. Man beschimpfte mich als eifersüchtige und rachsüchtige Ehefrau, als Übermutter die dem Vater den Umgang mit den Kindern verweigerte.

All die Schandtaten, die Straftaten, die Schläge und der Missbrauch waren von jetzt auf gleich irrelevant. Der Vater hätte sich sicher geändert, in den letzten zwanzig Tagen, seit meiner Vergewaltigung und der Zuchtmassnahme gegen unsere Kinder. Ich müsste Verzeihen, neu beginnen und Chancen geben, statt mich zu verschliessen.

Auch die Ängste der Kinder blieben diesmal ungehört. Der Vater verweigerte begleitete Kontakte und so schob man mir den Buhmann in die Schuhe. Man erwartete von mir eine Kooperation mit dem Täter, dass ich mich täglich zu melden und Bericht über die Kinder zu erstatten habe, dass ich den Vater weiter in unsere Wohnung lasse, damit er die Kinder sehen könne -wann er wolle- . Verpflichtungen wurden dem Vater, meinem Ex-Mann, nicht auferlegt.

Zum Wohl meiner Kinder willigte ich nicht ein und machte mich damit fast strafbar.

Lassen Sie den Missbrauch zu und kooperieren Sie mit dem Täter….

370 Tage suchend und schwächer

Über ein Jahr ist vergangen. Damals war ich wegen einem Schwächeanfall ins Krankenhaus gekommen. Zumindest nenne ich es heute so. Damals war es für mich die Wiedergeburt eines Schlaganfalls, den ich hatte im Jahr 2008 nach der Geburt meiner Tochter, erleben müssen.

Wenn ich heute den Bericht lese, schmerzt es mich und macht zugleich wütend. Einfach abgeschrieben was ich sieben Jahre zuvor hatte durchgemacht. Entäusserung der linken Gesichtshälfte…usw. das alles sind „olle Kamellen“ und war letztes Jahr nicht der Fall. Es hatte sich so angefühlt. Aber von Gefühl wollen Ärzte nichts wissen.

Immer wieder hatte ich mein Trauma angesprochen, das harte Jahr indem ich im Eiltempo täglich 14 Kilometer und mehr zu Fuß zurück legen musste, parallel meine Selbständigkeit aufbaute und mir neue Freunde suchte, versuchte glücklich zu werden nach all dem.Nichts davon in der Akte. So als hätte es dieses Erlebnis, diese Vergewaltigungen, nie gegeben.

Vier mal zur Aussage gebeten und noch immer warte ich auf den erlösenden Prozess, wenn überhaupt. Möchte endlich, dass es vorbei ist und ich das Thema ad acta legen kann. Immer dieses Warten, fast vergessen und dann wieder durchkauen müssen. Horror.

Seit dem Krankenhaus bin ich auf der Suche. Habe mich auf eine Trauma-Therapie eingelassen. Panikattacken durchgemacht. Manchmal bis zu zehn am Tag. Minutenlang. Ständig Angst. Wie gelähmt. Statt direktem Ansatz kam erst mal eine Therapie mit Antiepileptika und sechs Monate Fahrverbot. Das hat mir den Mut genommen.

Die Verhaltenstherapie war alles andere als hilfreich. Woche für Woche immer das berichtet was ich erlebte und mir anhören müssen, dass es falsch sei zu vergeben, dass ich andere strafen solle für das was ich ihretwegen durchlebte… Dabei meinte sie nicht meinen Ex-Mann, der mich jahrelang Missbraucht hatte, auch dann wenn die Kinder vor der Tür standen und nach mir riefen. Nein, sie meinte Eltern, Freunde und Geschwister. Ich hatte geholfen und fühlte mich inzwischen einfach müde…. diese Müdigkeit sei Ergebnis meiner Hilfe. Ich war drei Mal krank, wirklich krank innerhalb von neun Monaten und prompt wurde mir die Zusammenarbeit gekündigt.

Der Endokrinologe hat mich ausgelacht als ich darum bat einen Test zu machen, um etwaige Hormonschwankungen oder Unstimmigkeiten auszuschliessen.

Von Woche zu Woche werde ich schwächer, bin kraftlos und erschöpft. Ständig Muskelkater und Müdigkeit, dann ab und an dieses Zittern. Minutenlang am ganzen Körper. Diese Kontraktionen im Bauch, wie bei einer Entbindung. Und dann, dann liege ich stundenlang im Bett. Tue tagelang nichts, weil alles schmerzt. Und dann fange ich von vorne wieder an, gehe kurze Wege, kleine Stücke und tue nur wenig. Lasse mir helfen und bemühe mich Stress zu vermeiden.

Doch da ist kaum Ruhe. Unterhalt bekommen wir keinen. Der Staat muss einspringen, doch die zahlen zu wenig. Also heisst es kämpfen… Mein Ex will die Kinder, doch da läuft die Anzeige wegen Kindesmissbrauch. Wieder kämpfen, sich sorgen. Er klaut mir die Post, wieder ein neuer Weg. Dann sind da die Kunden, die Hilfe benötigen. Die neue Geschäftsidee und auch mein eigenes Ich.

370 Tage suchend und schwächer

Alle Jahre wieder

Irgendwann entwickelt man dieses Gefühl. Intuition. Erahnen. Wie auch immer. Es ist da. Auch das gute Zureden meiner Eltern nützte nichts mehr.

Die Sozialarbeiterin der Schule wünscht ein Gespräch mit mir. Allein die Tatsache, dass sie nun auf mich zukam war ein Zeichen für „Achtung da kommt was angerollt“. Gut. Die letzten Monate, inzwischen Jahre, haben mich Nerven gekostet. Manche Ahnungen waren korrekt, andere übereilt negativ gefühlt.

„Wenn es um den Kindesvater ginge, dann hätten man dir das direkt gesagt.“ Das sollte mich positiv auf das Gespräch einstimmen. „Die hätten dann sofort hier angerufen!“. klang total logisch.

Mittwoch elf Uhr. Meine Hände sind kalt. Ich lächle. Die Sozialarbeiterin ist nett. Alle sind hier nett. Tolle Schule. Man kennt sich seit Jahren. Bin gerne überall dabei und helfe, wenn Not an Mann ist. Das ist fast immer der Fall. Egal, ich finde es schön, wenn man die Kinder in der Schulzeit begleiten kann. Dank meines Berufs kann ich mir die Zeit oft einteilen.

Wir gehen ins hintere Zimmer. Ein wenig düster. Kein Wunder, hier sitzt man selten. Im Grund nie. Die Schule sucht das offene Gespräch. Auch gern in der Küche, auf dem Hof, in der Klasse oder beim Ausflug. Heute nicht. Die Tür fällt ins Schloss. Unsicher welchen der vier Stühle ich wählen soll. Kurzer Hand, den an der Tür. Noch lacht sie. Ich weiss nicht ob ich lachen soll oder nicht.

Direkt im ersten Satz läuft es mir eiskalt den Rücken herunter. Er hat also doch angerufen. Von wegen die melden sich dann sofort bei mir. Wie auch. Die bisherige Ansprechpartnerin hatte die Schule verlassen. Gesundheitliche Gründe. Aus Datenschutzgründen hatten nur Noten, Test-Auswertungen und Co., nicht aber die Problematik mit dem Kindesvater weiter gegeben werden dürfen. Jetzt wo ich es weiss, logisch.

Was mich viel mehr entsetzt ist die Tatsache, dass er gleich nach beiden Kindern fragte. Theoretisch aber wäre die Jüngere noch im Kindergarten. Sie ist vorzeitig eingeschult. Nicht einmal ein „Kann-Kind“. Ich hatte für sie gekämpft, damit ihr Schulwunsch in Erfüllung gehen darf, auch wenn sie noch gute sechs Monate hat, bis zum sechsten Lebensjahr. Woher wusste er das? Warum? Wer ist die Quelle?

Vorsichtig versuche ich Worte zu suchen. Auf keinen Fall etwas falsches sagen. Frage nach der Rangordnung und ob das Gespräch vertraulich behandelt werden würde. Ja, alles ok, pflichtet sie mir bei. Also erkläre ich alles. Fast alles. Spreche offen von dem Termin beim Jugendamt vor zwei Jahren. Darüber dass man mich auslachte, als ich von häuslicher Gewalt und Missbrauch gesprochen hatte. Davon, dass niemand geholfen hatte. Berichtete von der Anzeige, die die Großeltern erstattet hatten, wegen Besitz kinderpornografischen Materials und Kindesmissbrauchs. Auch, dass die Ermittlungen eingestellt wurden, weil „Zeugen“ fehlen würden. Das habe er beim Anruf wohl betont, dass er seine Kinder wieder wie gewohnt sehen dürfe.

Keine Ahnung. Wirklich Aufgehoben ist es meiner Meinung nach nicht. oder doch? Es ist so blöd. Wieder diese Angst, dass er einfach kommt und sie mit sich nimmt. Immerhin hatte er damit gedroht.

Traurig, wie die Angst einen immer wieder überkommt und man sich noch immer gefangen fühlt unter seinen Aussagen, seinen „Angriffen“. mir war es so wichtig, den Streit nicht über die Kinder auszutragen. Immerhin hatte ich so oft seine Affären „vergeben“, ihn aufgenommen und weiter um die Ehe gekämpft. Vergebens. Naja… Auch die Vorwürfe des Missbrauchs. Natürlich kocht es in mir, Wut und Verzweiflung. Dennoch habe ich immer wieder überlegt, ob es nun wirklich so war. Ich hatte immer wieder Angst, dass ich ihm etwas unterstelle was nicht stimmt. Doch inzwischen sind die Aussagen der Kinder so klar. Aber hören will es keiner.

Die Sozialarbeiterin weiss es nun. Mal sehen was kommt. Soll nun wieder das Jugendamt kontaktieren. Eine neue Sachbearbeiterin. Womöglich werde ich den Weg gehen.

Alle Jahre wieder

Trauma nach Traumatherapie

Am liebsten hätte ich ihr den autobiografischen Roman „Der Ehe Mutant“ hin gelegt. Einfacher. Nun gut. Wieder sitzen. Alles noch einmal erzählen. Inzwischen wie rezitieren. Immer und immer wieder. Fühlt sich kaum noch schmerzlich an. Warum sitze ich also hier?

Der Start war misslungen. Guten Tag. Hände schütteln. Weiter. Der Traum ist duster. Kühl. Feucht. Egal, Hauptsache es geht weiter. Irgendwie aufarbeiten. Drei Stühle. Ich nehm‘ Platz. Der Ledersessel an der Tür. Kunstleder. Da bin ich mir sicher. Sicher bin ich mir kurz darauf auch, falsch zu sitzen. Es sei ihr Platz. Ich möge bitte aufstehen. Na toll. Das wollte ich hören.

Inzwischen sind neun Monate um. An die Hand nehmen hatte sie damals versprochen. Gemeinsam das Trauma aufarbeiten. Nichts. Alles laue Luft, so denke ich heute. Schade. Ärgerlich zugleich. Zwei Mal haben wir da gesessen. Ich mit geschlossenen Augen. Sie mit einem Zettel in der Hand, eine „Ruhe-Reise“ vorlesend. Gedanklich einen sicheren Ort suchen. Das war der Plan. Klappte. Mehr kam da aber nicht. Eine gute Idee und ich nutze sie noch immer. Doch aufarbeiten, das passierte nie.

Sieben Monate hatte ich Woche für Woche da gesessen und immer von den Erlebnissen der Vorwoche berichtet. Aha. Mm. Ok. Interessant. Sonst? Wie jetzt? Was noch? Und dann? Mehr kam da nicht. Danke. Tschüss. Bis dann.

Naja, denk ich mir. Sie ist die Therapeutin. Ich nur Patient. Wertend. Aber so läuft auch die Therapie. Das Falsch, das Richtig. So macht man das nicht. Sie müssen aber… . Das würde ich an Ihrer Stelle nicht verzeihen können. Ihr Vater ist ein „Lebemann“, finde ich. All das darf ich mir anhören. Komisch, aber man hofft ja immer.

Dieses Hoffen erinnert mich an etwas. An IHN, diese Kakerlake, diesen Egel der mich aussagte Jahr für Jahr. Manipulation. Das kommt mir sofort in den Kopf. Klar. Denn kaum berichte ich stolz von der verordneten Ergotherpie in der ich malen, kochen, schreiben, schlafen, singen und einfach ich sein kann. „Warum gehen Sie dahin wenn Sie mich haben?“ kam da nur. Ernüchternd.

Zwei Mal musste ich absagen. War krank. Drei Wochen hatte ich auch mal aussetzen müssen, da ich keine Betreuung für die Kinder hatte. Ich hätte Eltern, die hätten ja schliesslich aufpassen können. Das muss ich mir anhören. Krank sein, das wäre absolut Tabu in ihrer Therapie. So ginge das nicht. Sie selbst auch zwei Mal krank und nur am selben Tag wenige Stunden vorher abgesagt, redet mir ein schlechtes Gewissen ein. Wieso darf man nicht mal krank werden?

Ich kapier nichts mehr. Die Welt steht wieder Kopf. Sie kündigt mir die Therapie. ich steh quasi allein da. Vertrauensbruch. Wieder mal. Was nun? Ich habe ein Trauma hinter mir, kann nicht durchschlafen und werde dann wieder enttäuscht. Hätte mich ihr anpassen müssen. Bin Alleinerziehend, alles tip top gemananged und doch muss ich mich schämen, dass ich drei Wochen in einem Jahr mal keine Betreuung finden konnte. Geht ja gar nicht. Nein und dann noch krank werden. Wie schrecklich böse und egoistisch von mir. Stimmt, ich wollte sie unbedingt haben diese Grippe.

Beschwerde ist raus. Was sagen die dazu? Von wegen Bundesaufsicht und so. Muss sie der Schweigepflicht entbinden. Wozu? damit die Kammer alle meine Sachen lesen darf und sich dann anhört was die Therapeutin dazu sagt. Was sie über mich sagt, das werde ich aber nie erfahren. Steht im Brief. Datenschutz halt!!! Ja klar. Mit anderen Worten, wir kennen bald ihr Leben, aber die Infos der Therapeutin sind uns „heiliger“ als ihre. Danke!

Der Bericht liegt mir nicht vor. Abwarten. Ob er kommt? Er sollte… Wer weiss was sie über mich sagt. Ich erwarte einen Haufen Lügen. Das macht mich frustig, denn wieder einmal machtlos, wehrlos. Tausende Worte schiessen durch den Kopf. Beleidigungen, aber man darf ja nichts sagen. Eigene Meinung unerwünscht. Gefühle tabu.

Kampf geht weiter.

Trauma nach Traumatherapie

Spätsommer

Die Ferien sind vorbei. Teils ruhig, teils atemlos. Positiv und visionär. Manchmal auch einfach voller Angst. Lächeln. Hin und wieder automatisiert. Gedankenversunken. Zusammenbruch. Schon wieder. Immer wieder. Dauer-Angst. Wie nennt man das und was ist das nur?

Blutbild super. Ärzte sind zufrieden. Nur ich nicht. Etwas ist anders. Total anders als sonst. Als früher. Immer dieses „Früher“. Trotz hier und jetzt, ständig diese Vergleiche. Ich fühl mich unwohl. Schwach. Pflegebedürftig, ans Bett gefesselt, unruhig, rastlos und einfach nur müde. Nicht Lebensmüde, voller Ideen und Wünsche. Keine Kraft, einfach keine Kraft. Zitternd. Minutenlang habe ich da gelegen. Kein Schüttelfrost, kein Fieber. Aber genauso.

Immer auf der Suche nach körperlichen Gründen. Nichts zu finden. Alles gut. Ernährung umgestellt. Gut. Kraftlos noch immer. Dann zieht Oma zu mir. Für eine Weile. Ich kann nichts mehr. Die Angst hat Oberhand genommen, fühle mich unfähig und leer. Sechs Wochen ruhe, einfach mal nur spazieren, malen, lesen. nichts tun. Essen gekocht bekommen, ruhen. Seele baumeln lassen. Das half.

 

Spätsommer

Narzissmus oder Borderline

Stunden habe ich investiert und war bereit mich beraten zu lassen. Wegen verschiedener Sachen habe ich mir immer wieder Rechtsberatung eingeholt.

15 Minuten hat man mir geschenkt. Nicht böswillig. Mehr war wohl nicht im Budget. Wir haben alles im Eiltempo abgehandelt. Ich war zufrieden mit dem was mir geraten wurde, den Rest hatte ich mir bereits im Vorfeld durchgelesen. Meine Rechte kannte ich bereits und war insoweit anspruchslos, was weitere Gespräche anbelangte.

Nun gibt es ein weiteres Opfer. Sie erhält nun zwei Stunden Gesprächszeit, wird alle Chats vorlegen die beweisen mit welcher Sorte Mensch wir es zu tun gehabt hatten. Dass ich das selbe erlebt habe, scheint unterzugehen und das ärgert mich wieder einmal.

Natürlich kommt nun ein neuer Umstand hinzu,doch mich ärgert es, dass ich nach aussen immer die eiskalte rachsüchtige Ex Frau bleibe und nicht als das Opfer gesehen werde. Bin ich aber, genauso wie sie.

Sie bekam dann per Mail gleich nen Link geschickt zum Thema Narzissmus. Also auf einmal höchst spektakulär. Das nervt mich schon, weil mein Fall wieder einmal herunter gespielt wird. Das klingt dann alles so unwahr, obwohl ich die erste war die alles ans Laufen gebracht hat.

Die Weichen habe ich gestellt, das Opfer zu meinem Anwalt gebracht und ihre Aussagen bearbeitet. Es ist schon ärgerlich.

Trotzdem habe ich mich dann mit dem Link auseinander gesetzt und wieder einmal geprüft und bin zu dem Schluss gekommen, dass unser gemeinsamer Täter eben ein Bordberliner und kein Narzisst ist.

Narzissmus oder Borderline

Happy Valentine…

Generell bin ich kein Freund von vorgegebenen Emotionsfesten, wie Karneval, Mutter- und Vatertag, als auch dem Valentinstag.

Jeden Tag bin ich glücklich Mutter und Vater zu haben, ehre sie nach all meinen Kräften und dem was zu mir passt und meinen Eltern gut tut. Ich liebe sie, ich zeige es und das täglich. Traurig, dass manche Menschen dafür einen festen Tag im Jahr benötigen, um sich ihrer Eltern zu erinnern und dann detailliert geplant oder gar verpeilt und kurzfristig überstürzt einen besonderen Tag für Mutter oder Vater zu zaubern.

Valentinstag ist ein Pflichtprogramm geworden. Auch ich ertappe mich nun dabei, dass ich im Vorfeld diesem Tag voller Panik begegne und in mir eine Trauer verspüre die vorher gar nicht da gewesen ist.
Beim Blick auf den Kalender, Anfang Februar, da wird mir wieder bewusst dass ich keinen Partner habe, dass ich allein bin. Nicht ganz allein, weil ich habe ja meine Kinder, aber da ist kein Mann der mir rote Rosen schenken wird, kein Mann der mir einen Kuchen gebacken haben wird, der mir den Kaffee ans Bett bringt. Nein, es wird auch dieses Jahr ein Sonntag wie jeder andere Tag sein, an dem ich mir selbst das Essen machen werde und dafür Sorge dass meine drei Kinder auch satt werden und sich am Frühstückstisch nicht wieder um die Cornflakes streiten.

Unbewusst macht es mich nervös, dass ich niemanden habe dem ich verliebte Worte zusenden kann, dass da niemand auf mich wartet und ich mit niemandem Zärtlichkeiten austauschen werde und dass ich auch an diesem Tag die gleiche Alleinerziehende Frau bleibe, wie gestern, vorgestern, letzte Woche und letztes Jahr.

So ein Quatsch, denn vor ein paar Tagen war ich doch noch glücklich, habe mich an meinem Alltag erfreut, die Liebe meiner Kinder in mich aufgesogen und nichts vermisst, was ich ohnehin nicht haben wollen würde.
Es gab genügend Menschen in meinem Leben, die mir schrieben, die an mich dachten und alles Gute wünschten, genug Freunde und Familie die mich liebten und es mir auch zeigten. Warum musste ich mich dann ausgerechnet an diesem 14. Februar plötzlich schlecht fühlen.

Es ist eben, weil jeder fragt wie man den Tag verbringen wird, weil jeder es feiert oder meint feiern zu müssen und nur wenige sich trauen offen zu sagen, dass es totaler Quatsch ist. Am Ende wünschen wir uns alle, egal ob Mann oder Frau doch einen Partner der uns liebt und diese Liebe zeigt, der uns auch mal den Kaffee ans Bett bringt, uns einen Moment aus dem Alltag herausholt, die Rollen tauscht und für uns backt statt wir für ihn, dass man sich gegenseitig Blumen schenkt. Nicht unbedingt rote Rosen, sondern die Blumen die einem das Herz erwärmen, die Lieblingsblumen, sei es auch der Kaktus.

Vielleicht hätte ich mitgemacht am heutigen Valentinstag, weil ich schon lange nicht mehr dieses Gefühl von Liebe in mir spürte und weil ich einfach fühlen möchte wie es ist, wenn wieder jemand in meinem Leben ist, der sich um mich kümmert, bei dem ich mich fallen lassen kann, bei dem ich mich geborgen fühlen kann und der mir zeigt wie viel ich ihm bedeute. Womöglich sind all die negativen Erfahrungen und die Jahre der Gewalt Grund dafür, dass ich mich dazu hätte hinreissen lassen der Masse zu folgen, um diesen Tag zu zelebrieren.

Zugleich bin ich erschrocken, wie schnell ich einer Ideologie folge, nur weil man das eben so macht, weil die Mehrheit es so tut. Dabei ist es alles ein rein wirtschaftliches Fest geworden, kostet die Schokolade sonst die Hälfte ist es am heutigen Tag ein kleines Vermögen und vergisst der Partner diesen tag der Liebe, so steht womöglich gleich die Scheidung ins Haus. Am Ende ist der Streit vorprogrammiert und die Natürlichkeit verschwunden.

Sodann freue ich mich lieber auf den Tag, an dem ich aus freien Stücken wieder Liebe spüre und diese weiter gebe, auf den Tag an dem ich einfach spontan einen Kuchen zaubern werde, damit mein Partner sich freut, auf den Tag an dem plötzlich ein Strauss rote Rosen auf dem Esstisch steht während ich von der Arbeit nach hause komme, an dem Tag an dem ich zum ersten Mal eine kleine Schachtel per Post erhalten werde, von dem mann mit dem ich zusammen wohne, einfach damit die Überraschung anders zu fühlen ist, als wenn man es sich persönlich überreichen würde…. an all das denke ich und freue mich auf diesen Tag in der Zukunft.

In diesem Sinne wünsche ich allen Paaren dass sie einander täglich die Liebe zeigen die sie aus freien Stücken spüren und dass sie zueinander halten, was auch immer kommen möge und ihre Liebe nicht am 14. Februar messen.

Happy Valentine…

K.O. Tropfen nun auch

Wer hätte denn jemals gedacht, dass sich nach all den Wochen des Wartens, nach den Kämpfen und herzzerreissenden Szenen nun doch auch mal ein kleiner Lichtblick zeigt.

Ich hoffe und wünsche es ist ein Lichtblick. Manchmal darf man doch auch einfach nur Glück haben, oder nicht?
Wenn nicht für mich, dann doch bitte für die Kinder. Bitte!

Meine Eltern waren zum Kaffee eingeladen. Gegen 16 Uhr. Samstag. Der Tisch ist gedeckt. Viel früher, gut schon gegen 14.30 Uhr oder so. Dann hab ich Ruhe. Die Kinder spielen. Freuen sich auf den Kuchen, den Oma mitbringt.

Letzte Handgriffe, noch einmal durchwischen. Dann blinkt mein Handy auf. Einmal, zweimal… Wieder ne Nachricht. Nichts Neues, eigentlich.
Erst ignoriere ich es, dann bin ich doch neugierig. Samstag meldet sich eigentlich selten jemand. Alle haben Familie, sind beschäftigt.

Es ist „sie“… Die neue Frau meines Ex-Mannes. Die, die mir den Mann nahm und mir damit irgendwie mal das Herz gebrochen hatte und zugleich dafür sorgte, dass ich frei werden konnte. Er war abgelenkt mit ihr, hatte uns vergessen. Das war gut so. Am Anfang. Doch dann tauchte er ja immer mal wieder auf, liess nicht los und so spionierten wir uns gegenseitig aus. Wann wer wie wo online war, wo er einkaufen ging, wie sie aussah usw. Schnell hatte ich so ziemlich alles gewusst.

Jetzt, jetzt schrieb mir diese Frau. Warum? Vielleicht, weil ich seine Anrufe bisher ignoriert hatte? Schickte er sie nun vor, damit ich Informationen über die Kinder preisgeben würde… Dachte er wirklich, ich wäre so dumm und würde das mit mir machen lassen? Anscheinend.

Mein Herz raste so unsagbar schnell, ich war so extrem nervös. Nur eine Mail, nichts weiter. Aber dass sie, ausgerechnet sie mir schrieb, das war einfach zu krass.

In all den Monaten hatte ich meinen Hass begraben und mir einfach nur gedacht, was für eine arme Frau die nun das selbe durchmacht. Oder auch nicht. Ich meine, eigentlich wusste ich das ja nicht. Womöglich schwebten sie auf Wolke sieben und er tat ihr nur Gutes. Keine Ahnung warum er mich stets gedemütigt hatte….

Jetzt nach zwei Jahren allerdings wunderte ich mich sogar, weil ich an ihr zweifelte, denn sie hatte keinen Grund so lang zu bleiben. Immerhin hatten sie keine Kinder. Sie hätte ihn rausschmeissen können, täglich. Quasi.
War sie denn wirklich so dumm zu ignorieren was er für ein Mensch ist? Da müssen doch Unmengen an Post angekommen sein vom Gericht und so.

Ich musste mich setzen. Ganz in Ruhe lesen was sie von mir wollte. Nichts überstürzen, dachte ich immer.

Es waren an die zwanzig Zeilen. Nett geschrieben, zugleich verzweifelt. Wahrheit oder Spiel? Sie bekam meine Handynummer und dann ging es per WhattsApp weiter. Hin und her, ohne dass ich Daten preis gab. Natürlich nicht! Nichts!

Wir wollten uns treffen, persönlich reden über unseren gemeinsamen Ex. Sie bedauerte zutiefst ihn jemals in ihr Leben gelassen zu haben.
Unabhängig voneinander hatten wir dann beschlossen zu dem Treffen unsere Väter mitzubringen. Schutz und Zeugen zugleich.

Vier Stunden sassen wir in dem kleinen Café in Freiburg und unterhielten uns. Sie war sichtlich nervös. ich auch, aber auch freudig. Sie fühlte sich unwohl, vielleicht weil sie glaubte ihn mir weg genommen zu haben. Dabei war ich ja letztendlich glücklich dass er gegangen war. Sie tausend Fragen im Kopf und ich hatte schon 2 Jahre Recherche hinter mir. Nur das Leben an ihrer Seite kannte ich noch nicht.

Sie redete, wir kauten Jahr für Jahr und jeden Monat durch. So viele parallelen und Lügen. Die gleiche Masche wie bei mir. Auch wie bei Beate vor mir.
Kurzer Hand wurde schnell klar, dass er dieses Spiel ständig spielt und nie aufhören wird. Er vergewaltigt sie alle…. Jede Frau. Dreht heimlich Filme und wird sie wohl verkaufen, denn er hat immer Geld. Immer!

Neben ihr wagte dann auch eine Frau aus Südamerika den Schritt uns zu kontaktieren. Auch sie hat das selbe erlebt. Will ihn anzeigen.
Er erpresst sie, verlangt ständig neue Filme von ihr – sie will nicht, schafft nicht auszusteigen. Somit kann er da weiter machen, immer weiter.

So viele Informationen, dass mir der Kopf weh tut. Warum aber, das frage ich mich ständig, landen andere direkt in U-Haft und er läuft frei herum. Nach all dem was hier abgeht verstehe ich die Welt nicht mehr….

Wir sind nun 3 eigentlich 4 Geschädigte und nichts passiert. Mehrere Fälle, Wiederholungstäter, der inzwischen sogar K.O. Tropfen einsetzt. Warum aber tut da keiner was?

K.O. Tropfen nun auch